Überall Gogo’s
Geschrieben am 18. September 2009, Abgelegt unter Blödsinn, spielbar
Tags: Figuren, Gogos, Kiosk, Sammeln, Schulhof, Spielen
Interessen von Kindern unterscheiden sich ja bekanntlich hin und wieder von denen Erwachsener. So machte sich auf meinem Gesicht ein leicht verwundertes Grinsen breit, als mir mein Sohn seine Gogo’s zeigen wollte. Statt knapp gut gekleideter, junger Tänzerinnen erwarteten mich kleine bunte Plastikmonster. Mit ca. 3 cm Höhe nicht wirklich groß und in Formen, die vorsichtig formuliert als seltsam bezeichnet werden müssen. Und alle haben sie Namen, von Mosh, Nusako bis zu Fokos.
Aus den anfänglich drei Kunststoffkollegen sind mittlerweile weit über 50 geworden, zusammengehalten in zwei Stoffsäckchen. Dazu kam jetzt auch noch ein Stickeralbum, welches dann – wie vorausschauend von den Herstellern – mit den Stickern aus den Verpackungen der “Gogos Crazy Bones“ beklebt werden konnte. In einer Verpackung zum Preis von 1,50 Euro befinden sich drei der 80 verfügbaren Monster und drei Aufkleber. Fünf seltene „Super Gogo´s Crazy Bones“ sollen das Sammelfieber zusätzlich anheizen. Magix Box, ein spanischer Hersteller, vetreibt die kleinen Päckchen über den ASV Vertrieb. Ende der 90er Jahre hatte der damalige Produzent Martomagic S.L. – eine wahre „Gogo´s“-Manie auf Schulhöfen und Spielplätzen ausgelöst. In den vergangenen zehn Jahren wurden weltweit mehr als 156 Millionen Tüten verkauft; allein in Deutschland gingen fast 27 Millionen Tüten über den Ladentisch. Mittlerweile gibt es sogar die “Gogo’s Crazy Bones Series 2 Evolution” – mehr bling bling soll den Kaufreiz erhöhen.
Die kleinen Monster haben aber neben der entstehenden Sammelwut sogar noch einen spielerischen Mehrwert (wie ich mir erklären lassen mußte). Die „Crazy Bones“-Produktidee basiert auf einem Spiel aus dem antiken Griechenland, bei dem es darum ging, kleine Schafsknöchelchen nach besonderen Regeln zu werfen. Auch bei den aktuellen „Gogo´s“ aus buntem Vinyl gibt es diverse Spielvarianten, die in einem 32-seitigen Begleitalbum vorgestellt werden. Eine Variante ist es, die Figur mit dem Finger möglichst dicht an eine Wand zu schnipsen. Der beste Schnipser darf am Ende die Gogos der Mitspieler einsacken. Bei einer anderen werden die Gogo’s sich gegenüber aufgestellt. Dann schnipst der eine Spieler eine Figur seiner Wahl in Richtung der anderen. Die Figuren, die er umwerfen kann, gehen dann in seinen Besitz (temporär) über. Wer am Ende keine Monster mehr hat, ist der Verlierer.
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