Das große Krabbeln

Geschrieben am 17. September 2009, Abgelegt unter Allgemein, getestet
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Mittlerweile hat die Schule in ganz Deutschland begonnen und auch die Kleineren sind wieder in Kita & Co untergebracht. Und wo viele Kleine zusammen spielen und toben, da verteilen sich die ganz Kleinen auf den Köpfen unserer Kinder -  Kopfläuse (Pediculus humanus capitis). Denn gerade das enge Zusammenhocken und der direkte Kontakt von Kind zu Kind sorgt für die Verbreitung der lästigen Plagegeister. Im Gegensatz zu anderen Parasiten können Kopfläuse weder fliegen oder springen. KopflausAuch die weit verbreitete Meinung, dass sich die Tierchen über Mützen, Kopfkissen oder Sportmatratzen hauptsächlich verbreiten, ist überholt. Genauso falsch ist auch die Annahme, dass mangelnde Körperhygiene ein Grund für das Vorhandensein  der Blutsauger auf dem Kopf ist. Das sähe bei den Filzläusen schon anders aus.
Entwarnung auch beim Thema Krankheiten, ein Befall mit Kopfläusen stellt in unseren Breitengraden keine Gefahr da. Das Jucken auf der Kopfhaut ist aber dennoch sehr unangenehm und werden die Blutsauger nicht bekämpft, ist eine Übertragung auf andere Personen sehr wahrscheinlich.

Auf der Seite des Robert-Koch-Instituts finden sich diverse Ratgeber zum Thema und eine Übersicht von Mitteln gegen die Kopflaus. Drei der Mittel sind Arzneimittel. Diese Insektengifte, auch als Pyrethrine bekannt, greifen das Nervensystem der Läuse an, wodurch die Tiere sterben. Die Nervengifte sollten nicht eingeatmet werden und können auf der Kopfhaut zu Irritationen führen.
Die Gruppe der Medizinprodukte basiert auf einem recht simplen Wirkprinzip. Die Inhaltsstoffe sollen die Atemwege der Läuse verstopfen und so den Tod der Krabbelviecher bewirken.
Bei beiden Varianten ist es wichtig, die beiliegende Gebrauchsanweisung genau zu beachten, um auch wirkungsvoll und ohne Nebenwirkungen den Kampf gegen die Plagegeister zu gewinnen.

Die häufigsten Fehler:

  • zu kurze Einwirkzeiten
  • zu sparsames Ausbringen des Mittels
  • eine ungleichmäßige Verteilung des Mittels
  • eine zu starke Verdünnung des Mittels in triefend nassem Haar
  • das Unterlassen der Wiederholungsbehandlung

Behandlungsplan wie folgt:

  • Tag 1: Mit einem Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen
  • Tag 5: nass auszukämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind
  • Tag 8, 9 oder 10: erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte Larven abzutöten
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen
  • Tag 17: evtl. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen


Die Stiftung Warentest hat verschiedene frei erhältliche Mittel gegen Kopfläuse getestet. Die Ergebnisse sind in der Ausgabe August 2009 oder online für 3 Euro abrufbar.

Skurril wirken die Tipps in einigen Internetforen. Von Mayonnaise über Essig bis hin zum ausdauernden Föhnen der Kopfhaut reicht das Angebot. Klingt alles irgendwie plausibel – bringt aber absolut nichts.
Wichtig ist auch, dass Eltern von betroffenen Kindern umgehend die besuchte Gemeinschaftseinrichtung des Kindes informieren, damit auch dort Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Das muss auch keinem peinlich sein. Wichtig ist die Ausbreitung sofort einzudämmen.

Und noch etwas: Bei Kopflausbefall sollten Eltern einfühlsam vorgehen. Kinder sollten nicht durch hastiges, demonstratives Entfernen von der Kita oder Schule stigmatisiert werden. Denn das Isolieren kann für Kinder mitunter traumatische Dimensionen annehmen. Ohnehin gibt es in dem Moment, in dem der Befall festgestellt wird, keinen Grund zur Hektik mehr. Denn da kann es längst zu  Übertragungen von Kopfläusen gekommen sein.



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3 Kommentare zu “Das große Krabbeln”

  1. am 11. Oktober 2009 um 14:03 1.incredible schrieb …

    Sehr empfehlenswert ist das biologisch/physikalisch wirkende Shampoo “Mosquito”, erstickt die Läuse.
    Absolut nicht zu empfehlen sind chemische Keulen wie das alte “Goldgeist”. Sehr giftig und die meisten Läuse sind mittlerweile resistent dagegen.

  2. am 13. Oktober 2009 um 21:24 2.Base schrieb …

    wieso hektisch werden? Wurde zu meiner Zeit immer sehr gelassen angenommen. Ich weiss nicht mehr obs Goldgeist war, aber ich hatte defintiv irgendein chemisches spezial Shampoo benutzt.

  3. am 21. Januar 2010 um 08:20 3.Marianne schrieb …

    Oh, Gott, wir haben zu Hause das selbe Problem! Hab keine Erfahrung in diesem Gebiet, deshalb vielen, vielen Dank für die tollen Erklärungen! Herzliche Grüße! Marianne

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