Ostereier färben ohne Risiko
Geschrieben am 4. April 2009, Abgelegt unter getestet
Tags: Basteln, Eier, Eierschale, Familie, Färben, Frühling, Ostern, Spaß
Bunte Ostereier müssen sein – welches Kind will schon schnöde weiße oder braune Eier suchen müssen? Toll, wenn Familien die Zeit haben, die Eier gemeinsam mit ihren Kids zu färben und zu bemalen. Stiftung Warentest hat pünktlich zu Ostern zehn Produkte auf natürlicher und auf synthetischer Basis getestet. Die gute Nachricht: Mit allen Produkten im Test können Sie bedenkenlos Ostereier färben. Keine der getesteten Farben ist gesundheitsschädlich, selbst wenn sie durch feine Risse und Poren in der Schale ins Eiweiß eindringen – das sieht nur unappetitlich aus. Ostereierfarben dürfen nur für Lebensmittel zugelassene Farbstoffe enthalten. Herkömmliche Filzstifte oder Malkästen eignen NICHT sich fürs Färben von gekochten Eiern, weil sie eben dieses Kriterium nicht erfüllen.
Allgemeines
Wie kräftig bunt ein Ei wird, hängt nicht nur von den Farbstoffen ab, sondern auch von der Farbe und Struktur der Eierschale. Es gibt immer wieder Eier, die die Farbe schlecht oder sogar überhaupt nicht annehmen. Sieben Eierfarben sind laut Verpackung zwar sowohl für weiße als auch für braune Eier geeignet, aber auf weißen Eiern wirken die Farben generell intensiver. Wer zu Naturfarben greift, muss sich auf uneinheitlich gefärbte Eier einstellen. Gleichmäßig kräftig bunt wird es dagegen mit den Klassikern: in Wasser gelöste synthetische Flüssigfarben oder Färbetabletten, in die man gekochte Eier taucht.
Am preiswertesten lassen sich weitgehend gleichmäßig farbige Eier mit Iris-Eierfarben (0,59 Euro) und Ostereier Färbeblättchen (0,99 Euro) von Brauns-Heitmann färben. Auch mit Naturfarben gelingen schöne Ostereier. Manche Farbtöne können aber von Ei zu Ei unterschiedlich intensiv ausfallen.
Färbestifte
Stifte zum Bemalen der Eier enttäuschen auf ganzer Linie: Die Farbe kleckert oder wird schnell so fest, dass sie sich nicht richtig auftragen und verteilen lässt. Marmorierfarben garantieren mehr Spaß und Gelingen – und der Glitzereffekt ist inklusive. Mit den getesteten Färbestäbchen sind keine Muster möglich, die Farbe verläuft. Die Farbe in Glanzmalstiften dagegen wird leider schnell zäh und ist wulstig auf dem Ei.
Chemiefarben
Auf Chemiefarben setzen sechs der getesteten Produkte. So färbt zum Beispiel Azorubin (E 122) Eier rot.
Dieser Farbstoff ist auch in Süßigkeiten, Kuchen oder Speiseeis erlaubt, ist aber ebenso umstritten wie vier andere Farbstoffe, die in insgesamt sechs der untersuchten Produkte gefunden wurden. Die zu den sogenannten Azofarben gehörenden Stoffe und Chinolingelb stehen im Verdacht, bei empfindlichen Menschen allergieähnliche Reaktionen auszulösen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass diese Zusatzstoffe möglicherweise die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinflussen. Ab dem 20.07.2010 müssen auf Lebensmitteln mit einigen Azofarbstoffen entsprechende Hinweise abgedruckt werden. Zum Färben von Eiern sind die enthaltenen Azofarben aber in Ordnung. Schließlich sind sie für die nicht essbare Eierschale bestimmt und gelangen, wenn überhaupt, dann nur in ganz geringen Mengen ins Ei.
Eine Zusammenstellung aller Farbstoffe mit E-Nummern finden Sie hier (PDF-Dokument).
Färben mit Lebensmitteln
Auch mit Lebensmitteln lassen sich Eier färben, allerdings sind die Resultate meist enttäuschend. Der Aufwand ist im Vergleich zu den meisten Ostereierfarben hoch, der Spaßfaktor niedrig und die Farbe selten kräftig. Das einzig Positive: Die Farben gehen kaum durch die Schale. Hier einige Methoden:
- Rotkohl (500 Gramm) in einem Liter Wasser kochen. Im Sud gekochte Eier sind blassviolett. Legt man sie direkt in den gekochten Kohl, wird die Farbe intensiver, aber auch fleckig.
- Zwiebelschalen um die Eier wickeln und zusammen in einen Feinstrumpf stecken. Die so gekochten Eier werden gelb-braun mit Marmoriereffekt.
- Schwarzer Tee färbt Eier braun, wenn man sie in einem kräftigen Aufguss (zehn Teebeutel pro Liter) kocht.
- Blaubeersaft färbt Eier dunkelblau-grau, wenn man sie darin kocht.
- Spinat zeigt keine Färbekraft. Nach dem Kochen im Spinat-Sud kleben nur Blattreste an der Schale – muss nicht sein.
- Kurkuma überzeugt mit kräftig gelben Eiern. Einen Liter Wasser erst allein mit 20 Gramm Gewürz, dann mit den Eiern kochen.
- Essig im Farbsud soll die Farbe intensivieren. Ein Essig-Wasser-Bad der Eier vor dem Färben brachte bei einem Versuch der Stiftung Warentest jedoch rein gar nix.
Farben aus der Natur
Wer lieber mit Naturstoffen färbt, sollte vorsichtig sein. So sind mancherorts angebotene Rot-, Gelb- und Blauhölzer sowie Krappwurzel nicht als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen und damit auch nicht zum Färben von Eiern. Die getesteten Naturfarben enthalten nur erlaubte Farbstoffe, zum Beispiel aus Blattgrün gewonnenes Chlorophyllin. Auch natürliche Farbstoffe, zum Beispiel rotfärbendes Echtes Karmin, können bei empfindlichen Essern unangenehme Reaktionen auslösen. Einige Naturfarben müssen mit den Eiern kochen – was schade ist, weil die Kids dann nur zuschauen können.
Noch mehr Tipps
- Auspusten Um eine Salmonellen-Infektion zu vermeiden, berühren Sie rohe Eier nicht mit dem Mund. Nehmen Sie dünne Strohhalme zu Hilfe. Gerade Kinder sind für Infektionen besonders empfindlich.
- Kochen Trotz Anpieksen platzen Eier manchmal. Wenn Sie etwas Essig ins Kochwasser geben, tritt aber kein Eiweiß aus; es gerinnt sofort.
- Abschrecken Mit kaltem Wasser stoppen Sie bei weichen Eiern den Garvorgang. Leichter schälen lassen sie sich dadurch aber nicht.
- Einreiben Selbstgefärbte Eier bekommen einen schönen Glanz, wenn Sie sie mit Speiseöl einreiben.
- Industriell gefärbte Eier Fertig gefärbte gekochte Eier gibt es mittlerweile das ganze Jahr lang zu kaufen. Zur Fußball-WM lagen in den Supermarktregalen sogar schwarz-rot-gold gefärbte Eier.
- Haltbarkeit bei bunt verkauften Eiern: Schutzlacke schließen die Eier luftdicht ab, sodass sie mindestens vier Wochen haltbar sein sollten. Die Untersuchungsämter stießen allerdings gelegentlich schon auf faulig riechende Eier und Verderbnisbakterien unter der Schale. Essen Sie die auch Brotzeit-Eier genannten industriell Gefärbten deshalb nicht mehr nach Ablauf der Mindesthaltbarkeitsfrist. Selbstgefärbte Eier halten bei Raumtemperatur etwa zwei, im Kühlschrank mindestens vier Wochen. Voraussetzung für alle Zeitangaben ist, dass die Schale heil ist.
- Bunte Bio-Eier In diesem Jahr dürfen zu Ostern auch wieder gefärbte gekochte Bio-Eier verkauft werden. 2008 ging das nicht, weil keine zulässigen Farbstoffe
für die bunten Bio-Eier im Anhang der EG-Öko-Verordnung standen. Nach einem EU-Beschluss sind jetzt Naturfarben wie Rote Bete zugelassen.
Die vollständigen Testergebnisse finde Sie hier. Übrigens: Ob eine Henne braune oder weiße Eier legt, ist genetisch festgelegt. Die Daumenregel “Braune Federn, braune Eier – weiße Federn, weiße Eier” stimmt aber nicht immer. Auch die Farbe der Huhn-Ohrlappen ist kein verlässliches Merkmal. Tja, nix ist verlässlich in dieser Welt
Bilder (cc): Mundoo, St0rmz, bradsearles & Miek37 bei Flickr
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1 Kommentar »






am 27. Dezember 2010 um 10:01 1.hjeilers schrieb …
eine weitere alte Technik Eier zu Ostern zu bemalten sind die sogenannten sorbischen Ostereier. Hierbei werden unterschiedliche Farben von Wachsen auf die Eier aufgetragen und reichlich verziert. (allerdings sehr aufwendig). Beispiele und ganz viele Bilder gibt es unter http://www.ostereier-kaufen.de
viel Spaß