Die Suche nach dem perfekten Kinderhandy

Geschrieben am 8. Dezember 2008, Abgelegt unter getestet
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“Mit welchem Alter hattet ihr euer erstes Handy?” Das war eine von vielen anderen Fragen, die ich heute am Potsdamer Platz Kindern zwischen 7 und 14 Jahren im Rahmen einer Umfrage stellte. Erstaunlicherweise lag der Schnitt der Antworten bei 8 Jahren. Nun wird mein Sohn im Sommer auch acht, und es werden sich die Gelegenheiten häufen, bei denen er nach der Schule für ein paar Stunden alleine bleibt. Kann ein Kinderhandy mit einem speziellen Kindertarif uns ein Gefühl der Sicherheit geben? Und ist es dann nur ein Gefühl oder ist mein Kind dann wirklich besser geschützt? Im Gespräch mit anderen Eltern kam zudem der Gedanke des Tracking dazu. Tracking-Geräte werden permanent überwacht und lassen sich ziemlich genau orten.

Zu den speziellen Kinderhandys:

  • Die Mutter aller Kinderhandy ist zweifellos das “MyMo Hi-Phone” auf Basis des “JAY-tech Jay-Kid“, auf dem Markt seit 2005. Da verwundert es nicht, dass das Gerät nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist, insbesondere was die Sende-Strahlung angeht. Der gemessene SAR-Wert von 0,92 Watt/Kilogramm ist so hoch, dass das Gerät in anderen europäischen Ländern bereits wieder vom Markt genommen wurde. Zifferntasten oder ein Display sucht man vergeblich, fünf Tasten lassen fünf zuvor umständlich eingestellte Rufnummern wählen. Das fehlende Display lässt weder Akku-Stand, noch Funknetz oder entgangene Anrufe erkennen. Die Verarbeitung ist als nicht kindgerecht zu bewerten,  auch sind sämtliche Öffnungen nicht abgedeckt. Schmutz, Sand und Feuchtigkeit dringen so leicht in das Telefon.
  • Auch ohne Display und richtige Tastatur kommt das “Easy 5″ daher. Die Verarbeitung ist deutlich besser. Ursprünglich wurde dieses Telefon als Notfall- bzw. Rentnertelefon entwickelt. Fünf vorher per vollwertigem Telefon auf der Simkarte gespeicherte Rufnummern können über die Tasten eins bis fünf angerufen werden. Weitere Möglichkeiten gibt es auch hier nicht.
  • Einen anderen Weg der Telefonprogrammierung geht die Spanische Firma Imaginarium. Deren Mo1 lässt sich sehr komfortabel per Computer einrichten. Hier können die Eltern auch festlegen, welche Rufnummern ihr Kind anrufen darf. Durch den fehlenden Zugang zum mobilen Internet sowie einer fehlenden Bluetooth- und Infrarot-Schnittstellen werden die Kinder vor gefährdenden Inhalten geschützt. Die Verarbeitung ist hervorragend, die bunte Gestaltung in Birnenform ist sehr ansprechend. All diese Merkmale sprechen für ein Telefon für die Jüngsten, wenn diese denn ein Handy brauchen.
  • Beim Kinderhandy “iKids” denkt man auf Anhieb auch erst einmal, dass hier nur vier voreingestellte Nummern gewählt werden können. Aber weit gefehlt: Über ein Menü kann man sich aus dem gespeicherten Telefonbuch bedienen. Allerdings ist das monochrome Display sehr klein und unübersichtlich. Die Qualität gefällt sehr gut, jedoch ließ bei dem Testgerät der Akku sehr schnell nach. Ursache hierfür könnte die eingebaute GPS-Ortung sein, einmalig bei den hier vorgestellten Geräten. Dieser Service geht allerdings nicht nur auf den Akku, sondern auch auf den Geldbeutel, denn für das GPS-Tracking benötigt man einen zusätzlichen kostenpflichtigen Vertrag. Zudem ist das GPS in Gebäuden, Wäldern  und Tunneln nicht zu gebrauchen, da das Gerät freie Sicht zu den Satelliten braucht. Außerdem gibt es mittlerweile geräteunabhängige Ortungsverfahren, doch mehr dazu unten. Das Gerät lässt sich bequem über den PC oder den Internetservice von LifeService konfigurieren. Letzterer bietet Eltern die Möglichkeit, online zu sehen, wo sich ihr Kind aufhält. Angeboten wurde dieses Handy unter anderem 2007 bei Tchibo.
  • Das “Kandy Mobile“  überzeugt durch kindgerechtes Design, vier Schnellwahltasten, Farbdisplay und gute Verarbeitung. Zudem lassen sich bestimmte Funktionen nur über einen Eltern-PIN aufrufen. Als einzige Schnittstelle dient dem Telefon USB. Darüber lassen sich auch alle Einstellungen realisieren bzw. das Telefonbuch (sogar mit individuellem Bild) aktualisieren. Der Umweltpreis “Der blaue Engel” honorierte das Telefon für seine geringen Strahlungswerte. Soweit ganz gut. Negativ stößt mir die Bindung an einen speziellen Tarif der Firma Kandy auf. Abgesehen von den nicht ganz zeitgemäßen 15 bzw. 25 Cent pro  angefangene Minute kann man in diversen Erfahrungsberichten Probleme mit der Berechnung und dem Service der Firma lesen.
  • Basierend auf dem Nokia 2310 wurde das “Kiili” entwickelt. Ein äußerst einfaches Gerät ohne mobiles Internet, Bluetooth und Infrarot. Das bietet einen gewissen Schutz des Kindes. Leider können geräteseits keine Rufnummern gesperrt werden. Dieses Manko lässt sich aber mittlerweile bei vielen Mobilfunkanbietern umgehen, da diese individuelle Sperrungen anbieten. Nützlich finde ich die Möglichkeit, sich per SMS auszutauschen. Gerade für die Zielgruppe der 10-14Jährigen sicherlich ein notwendiges Merkmal. Der Akku besticht durch eine sehr hohe Kapazität.
  • Ein weiteres Gerät der Firma Nokia ist das 1100. Ein Telefon wie ein 2-Takter – kein Schnickschnack und läuft und läuft. Eine robuste Verarbeitung und eine gut schließende Tastaturmatte schützen das Überleben des ausgewachsenen Telefons. Kurznachrichten können auf dem 4-zeiligen einfarbigen Display geschrieben und gelesen werden. Zudem sind zwei Spiele vorinstalliert. Per Telefonmenü lassen sich bestimmte Rufnummern sperren. Der Lithium-Ionen-Akku ist fast verschleißfrei und besitzt eine mehr als ausreichende Kapazität. Ein integrierter Wecker und eine Taschenlampe runden das Handy ab.

Es gibt also verschiedene Konzepte, die unterschiedlich gut realisiert wurden. Fast noch wichtiger als die Geräteauswahl ist die Entscheidung für den richtigen Handytarif für die Jungtelefonierer. Neben günstigen Gesprächskosten muss man auch Fallen wie kostenpflichtige Premiumdienste berücksichtigen – wer kennt nicht die Werbung für Jamba-Abopakete zu 4,99 € im Monat? Natürlich sollte man die Kompetenz des einzelnen Kindes unbedingt stärken, indem man mit ihm über die Möglichkeiten redet, aktuelle Klingeltöne auch ohne extra Kosten auf das Telefon zu laden. Oder dem Kind zeigen, wie es eigene Hintergrundbilder zusammen mit den Eltern gestalten und auf das Handy laden kann. Das macht Spaß, fördert die Kreativität und spart Geld. Man kann auch bei Jamba oder Zed direkt die Handynummer des eigenen Sprösslings sperren lassen.

Da sich Telefontarife ständig ändern, möchte ich sie nicht an dieser Stelle analysieren. Ich empfehle die Übersicht der Stiftung Warentest zu Telefontarifen für Kinder. Dort werden 25 PrePaid-Karten miteinander verglichen. Außerdem beschäftigt sich der Artikel kurz mit Vor- und Nachteilen von vertragsgebundenen und PrePaid-Karten.

Wie oben bereits erwähnt, möchte ich noch mal kurz den Tracking Dienst Track your Kid eingehen. Dieser kostenpflichtige Dienst ermöglicht nach vorheriger Anmeldung der zu ortenden Rufnummer, eben diese per GSM deutschlandweit aufzuspüren. Das geht mit jeder normalen Sim-Karte bzw. Mobiltelefon. Die Kosten belaufen sich entweder auf 36 € pro Jahr mit 20 Inklusiv-Ortungen oder man zahlt pro Ortung zwischen 0,75 und 1 €. Bei beiden Varianten ist eine Einrichtungsgebühr zu zahlen.



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Ein Kommentar zu “Die Suche nach dem perfekten Kinderhandy”

  1. am 27. Juli 2010 um 11:57 1.Online Lernen für Kinder im Zeitalter des Web 2.0 schrieb …

    Handys und Kinder…

    Die Einsatzszenarien für Handys verändern sich mit dem Älterwerden der Kinder: Jüngere Kinder bekommen von ihren Eltern oft ein Handy, um damit von unterwegs problemlos Kontakt nach Hause aufnehmen zu können. Damit erweitert das Handy den Akt…

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