Babyfon im Test
Geschrieben am 30. Oktober 2008, Abgelegt unter getestet
Tags: Babyfon, Computer Bild, Stiftung Warentest, Test, Tipp, Übersicht, Vergleich
Seltsamerweise verbinde ich Babyfone immer mit Hochzeitsfeiern. Ich kann mich an keine derartige Veranstaltung erinnern, ohne dass gegen Abend junge Eltern mit Baby oder Kleinkind selbige ins Bett brachten und weiterhin an der Feier teilnahmen. Aber natürlich sind die kleinen Plastikkästchen auch zu Hause nützliche Helfer.
In der Ausgabe 10/2005 und einem Schnelltest eines Babyfons des Discounters PLUS vom August 2007 hat die Stiftung Warentest bereits diverse Geräte getestet. Einen anderen Test hat die Zeitschrift Computer Bild in der Ausgabe 10/08 im April 2008 veröffentlicht. Getestet wurden hierbei acht Geräte unterschiedlicher Hersteller von 70 bis 120 €.
Hauptkritikpunkte waren neben den nicht immer regelbaren Sendeleistungen vorhandene chemische Substanzen, die krankheitsverursachend sind bzw. dazu im Verdacht stehen. Die Antenne des ‘DBS 1850 Digital’ von REV besteht beispielsweise zu mehr als 20 % aus dem schädlichen Weichmacher Phtalat DINP. Eine weitere Gefahr lauert bei diesem Produkt im Empfänger: Aufgrund von vorhandenen Konstruktionsmängeln kann man einen Stromschlag erleiden, wenn das Gerät auf die Grundeinstellungen zurück gesetzt wird.
Auch in der Antenne des Young 500 von dnt haben die Tester den Weichmachers Phtalat DINP nachgewiesen. Im MBF 3333
von H+H (mit dem Blauen Umweltengel beworben!) fanden sie ebenfalls eine verbotene Substanz. Unter anderem enthält die Antenne dieses Babyfons etwa 18 % DEHP, welche unter Verdacht steht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu hemmen.
Testsieger ist das Avent SCD 520/00 von Philips. Mit Reichweite von 567 Metern im Freifeld (in einem Gebäude bei fünf Wänden beziehungsweise drei Decken) wird sicherer Empfang garantiert. Der DECT-Standard sorgt für störungsfreie und abhörsichere Übertragung. Zudem ist eine Gegensprechfunktion integriert.
Auf dem zweiten Platz liegt das Baby Care 5 von AudioLine. Im Freifeld werden Signale über eine Entfernung von 448 Metern übertragen, in Gebäuden überwindet es vier Wände beziehungsweise zwei Decken.
Den dritten Rang belegt das BBM 212 von Oregon. In Gebäuden überwinden die Strahlen vier Wände beziehungsweise zwei Decken, im Freifeld sind die Signale bis zu einer Entfernung von 636 Metern zu empfangen. Alle drei Geräte sind frei von schädlichen Weichmachern.
Noch ein paar Tipps vor dem Kauf:
- Generell gilt: Reduzieren Sie elektromagnetische Felder (Elektrosmog). Trennen Sie Elektrogeräte und Trafos über Nacht vom Netz. Lassen Sie Ihr Kind nicht direkt neben Steckdosen, Lampen und Elektrogeräten schlafen.
- Stellen Sie Babyfon und Netzgerät mindestens zwei Meter entfernt vom Kind auf. Je größer der Abstand, desto geringer die Belastung durch die elektromagnetischen Felder.
- Bevorzugen Sie Geräte, die nicht dauerhaft senden. Modelle mit Geräuschsensor senden erst, wenn das Kind schreit. So reduzieren Sie die Belastung.
- Der Sender (Babygerät) sollte einen Regler haben, mit dem Sie einstellen können, wie laut ein Geräusch sein muss, damit der Sender anspringt. Das vermeidet Fehlalarme.
- Reichweitenkontrolle: Macht darauf aufmerksam, wenn die Funkverbindung zum Babygerät abreißt.
- Batteriestandswarnung: Warnt, wenn der Stromvorrat im Gerät zur Neige geht.
- Störunterdrückung: Sie können „Fehlalarme“ durch andere Babyfone vermeiden. Das funktioniert per Pilotton. Denn dann springt das Elterngerät nur an, wenn es einen Sender empfängt, der den gleichen Pilotton wie das Babygerät überträgt.
- Gegensprechfunktion: Man kann das Kind nicht nur hören, sondern auch mit ihm über Funk sprechen, um es zu beruhigen.
Foto (cc) von Genista bei flickr
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