Die richtigen Inliner für Kids
Geschrieben am 6. August 2008, Abgelegt unter fahrbar
Tags: Bremsen, DIV, Inline-Skates, Protektoren, Sicherheit, Skatekurse, Skaten, Skateschule, Stiftung Warentest
Inlinern liegt nach wie vor voll im Trend. Deshalb haben wir bereits vor einigen Wochen Inlinern in Berlin zum Thema gemacht und die besten Strecken empfohlen. Da es beim Kauf von Inlinern für Kinder einige Dinge zu beachten gibt, soll dieser Beitrag Infos und Tipps speziell für eine der größten Herausforderungen geben, mit der sich Eltern bei der “Aufzucht” ihrer Kids konfrontiert sehen: Die Kinder wachsen und brauchen deshalb ständig neue Klamotten, Schuhe und – genau – Inliner. Nun mag es Menschen geben, die ohne Probleme jedes Jahr neue Skates für ihre Kinder kaufen können, aber manch einer sucht vielleicht eine andere Möglichkeit. Mitwachsende, also verstellbare Inline-Skates sind so eine Möglichkeit. Alle großen Anbieter haben inzwischen die Modelle im Programm, des in drei bis vier Größenstufen von extra klein (XS) bis groß (L = large) für die Schuhgröße 25 bis 40 gibt. Diese Skates lassen sich um je zwei bis vier Schuhgrößen strecken. Sobald die Zehen vorn anstoßen, wird die Schale einfach verlängert und der Schuh wächst quasi mit – so lange bis Schuh, Schiene oder Rollen verschlissen sind.
Beim Thema größenverstellbare Skates gibt es oft viele Fragen: Wie kompliziert ist die Verstellmechanik und wie exakt lässt sich die Größe anpassen? Stimmen die Proportionen von Schienenlänge, Rollengröße und Schuhvolumen für den gesamten Verstellbereich? Hat der Kinderfuß in jeder Position optimalen Halt und bieten die Verstellbaren auch ordentlichen Fahrspaß? Für Kinder ist die letzte Frage die wichtigste, denn wer will beim Skaten schon als lahme Ente hinterherfahren? Hinzu kommt, dass die mitwachsenden Modelle in der Regel etwas teurer sind als feste Größen in vergleichbarer Qualität. Eine Untersuchung von Stiftung Warentest, die leider schon einige Jahre zurückliegt,
zeigt jedoch, dass größenverstellbare Inline-Skates für Kinder und Jugendliche praktisch keine Nachteile haben. Feste Schuhgrößen eignen sich im Grunde nur für Vielfahrer, die einen Schuh bis zur Verschleißgrenze nutzen ohne herauszuwachsen (Testergebnisse). Alle Inline-Skates wurden auf ihre Stabilität nach DIN 33944 geprüft (statische Belastung des gesamten Inline-Skates, horizontaler Frontalaufprall, vertikaler Aufprall der Bremseinrichtung, Befestigung des Fahrwerks am Schuh, vertikale Stoßbeanspruchung, Dauerprüfung). Zusätzlich wurde der Stopperverschleiß beurteilt. Die folgenden Tipps helfen beim Kauf der richtigen Inliner:
Auswählen der richtigen Skate-Größe
- Hier gilt: anprobieren, anprobieren, anprobieren! Der Schuh muss dem Sprunggelenk Halt geben und muss von Anfang an passen. Die Größenangaben bieten lediglich eine grobe Orientierung.
- Lassen Sie sich beraten: Eine zu große Anfangsgröße schmälert den wichtigen Schutz des Sprunggelenks, der gerade bei Kindern wichtig ist. Ist der Schuh zu klein, bleibt für den Zuwachs weniger Reserve.
- Skates nicht mit dicken Socken anprobieren. Inline-Skaten ist ein Schönwettersport – wer will da schon in dicken Socken schwitzen?
- Die harte Kunststoffschale darf bei längerem Tragen nicht nachgeben, aber auch nicht drücken. Die Schuhe müssen von Anfang an passen – das gilt auch für die verstellbaren Modelle!
Verschlussmöglichkeiten
- Voreingestellte Schnallen ermöglichen schnelles Anziehen der Skates.
- Eine Kombination aus Schnürung und Schnallen, evtl. sogar noch mit zusätzlichem Klettverschluss bietet zwar mehr Sicherheit, ist aber auch umständlicher.
- Ein Kordelzugverschluss, der das Schleifenbinden erspart. Aber: Beim Test hatten viele Kinder Mühe, die Schnürung festzuziehen, weil die Kordel nur vom Körper weg richtig festgezogen werden kann – also dann, wenn eine andere Person beim Anziehen hilft.
Handhabung
- Das An- und Ausziehen der Schuhe sollte einfach und schnell gehen.
- Das Kind sollte den Schuh ohne Hilfe Erwachsener anpassen können.
- Rollen und Bremsklötze sollten leicht auszutauschen sein. Außerdem sollte nicht unmäßig viel Werkzeug dafür nötig sein.
Laufeigenschaften
- Jeder Skate wurde auf verschiedenen Oberflächen (z.B. mittelgrober und feiner Asphalt, Betonplatten), und bei Sprüngen und Slalomfahrten gelaufen. Beurteilt wurden Laufverhalten, Tragekomfort, die Dämpfung auf unebener Bahn und das Geräusch beim Laufen. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: Weder bei der Aufprallprüfung (simuliert Sprünge mit den Skates und einen harten Frontalaufschlag an einem Bordstein) noch bei der Dauerprüfung über Schwellen gab es Brüche oder Verformungen. Alle getesteten Modelle zeigten gutes Kurvenverhalten und Wendigkeit – sie die verstellbaren Skates stehen damit den festen Modellen in nichts nach.
- Im Vergleich zu Erwachsenenskates zeigen Kinderskates ein etwas geringeres Tempopotenzial. Das beruht vor allem auf den kleineren Rollen und kürzeren Schienen und spielt vor allem dann eine Rolle, wenn Groß und Klein zusammen skaten. Um die Kleinen nicht zu überfordern, sollten Erwachsene dann ein moderates Tempo vorlegen.
Bremsen
Die Diskussion, ob das Fahren ohne den Bremsklotz besonders cool ist, ist schnell entschieden: Ohne Stopper sollten Kids überhaupt nicht auf die Straße gelassen werden. Lediglich beim Inline-Hockey oder bei akrobatischen Übungen in der Halfpipe kann der Bremsklotz ab.- Einige Modelle haben eine einstellbare Bremse – sie verschafft besonders Anfängern eine bessere Führung.
- Das Stoppen mit der Fersenbremse hat gleich drei Vorteile: es ist leicht zu erlernen, es ist wirkungsvoller als andere Techniken und es schont die teuren Rollen.
- Achtung: Bei einer Vollbremsung mit dem Fersenstopper bei 20 km/h beträgt der Bremsweg – abhängig von Gewicht des Kindes und Bodenbeschaffenheit – 4,5 bis 5,5 Meter. Diese Entfernung sollte man auch dem Kind deutlich vor Augen führen.
Schutzausrüstung
- Kids (und wohl auch wir Großen…) sollten nie ohne Schutzausrüstung fahren. Dazu gehören Helm, Knie-, Ellbogen- und Handgelenkschutz.
- Das Wichtigste bei den Protektoren ist, dass sie getragen werden. Deshalb sollten sie gut passen und beim Skaten nicht stören.
- Die Größenangaben bei den Protektoren sind nicht genormt und deshalb selbst bei verschiedenen Modellen einer Marke nicht immer vergleichbar.
- Probieren Sie vor dem Kauf alle Teile eines Sets – das Verhältnis zwischen Hand-, Knie- und Ellenbogengröße ist nicht immer proportional.
- Das Mischen verschiedener Größen ist manchmal auf Nachfrage gegen Aufpreis möglich.
- Protektoren müssen optimal sitzen, sonst schnüren sie ein oder werden beim Crash abgestreift.
- Daumenprobe beim Schaum: Der Schutzschaum muss nachgeben, darf sich aber nicht ganz (bis zur Plastikkappe) durchdrücken lassen.
Mustern Sie nach einem harten Sturz die betroffenen Teile aus – eine ausreichende Schutzwirkung ist nicht mehr gegeben.- Helm nicht vergessen! Kopfverletzungen sind zwar seltener, aber ohne Helm immer schwerwiegend.
- Es gibt keinen absolut sicheren Schutz. Also: defensiv fahren, Bremstechniken & Ausweichmöglichkeiten nutzen.
Sicherheit im Straßenverkehr
Kids sollten folgende Dinge beachten, wenn sie auf Inlinern unterwegs sind:
- Erst dann losfahren lassen, wenn die beiden wichtigsten Grundtechniken beim Skaten sitzen: sicheres Bremsen und richtiges Fallen.
- Wachsam, kontrolliert und defensiv mit ausreichendem Sicherheitsabstand fahren.
- Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Skater immer links überholen und den Überholvorgang signalisieren.
- Unebene oder beschädigte Flächen sind ungeeignet zum Skaten ebenso wie Sand, Wasser, Öl oder Geröll auf der Fahrbahn.
- Die Verkehrsregeln einhalten (die das Kind natürlich kennen sollte).
- Gegenden mit hohem Verkehrsaufkommen meiden.
- Auf Fußgänger achten – sie haben generell Vorrang.
- Ohne Kopfhörer fahren, sie könnten wichtige Geräusche überdecken.
- Nicht nachts fahren.
- Eine Privathaftpflichtversicherung ist ein Muss für jeden Skater. Bei Unfällen im Verkehr sind Skater rechtlich oft im Nachteil. Die Privathaftpflicht kommt für Schäden und Verletzungen Dritter auf.
Fahrtraining / Inlinekurse
Gerade für Fahranfänger ist es sinnvoll, sich von Profis Hinweise und Tipps zur Fahr-, Brems- und Falltechnik geben zu lassen. Viele Skate-Schulen bieten spezielle Kindertrainings und sogar Einzelstunden an – eine gute Investition. Vorbildlich (wenn auch nicht selbstlos): K2 bietet beim Kauf des Merlin einen kostenlosen Skate-Kurs im Rahmen des “K2 skate college” an.
Skate-Schulen in Berlin
- Schöneberg ISM-Motion Store, Hauptstraße 19, Tel.: 030-30 81 92 00.
- Eis- und Rollskunstlaufabteilung des OSC Berlin e.V.., Scheelestraße. 108,
Tel.: 030-71 23 969. - Skate- und Rollschuhclub Berlin e.V.
Infos zu deutschlandweiten Skate-Kursen und vieles mehr
- Skatekurse.de Individuelle Skate-Kurse auf Anfrage.
- Deutscher Inline-Skate Verband e.V. (DIV) – alles rund ums Inlinern.
- Inline-Skaten.de Private Seite mit vielen Infos, Tipps & Links.
Bilder (cc): rykerstribe, jananderson_dk & Bárbara Porto bei Flickr
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am 11. August 2008 um 10:30 1.Tipps zu Ausrüstung und Strecken zum Inline - Skates fahren in Berlin für Kinder | ZwergenZone schrieb …
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