Ausstellungen für Kids in Berlin
Geschrieben am 29. Juni 2008, Abgelegt unter Berlin
Tags: Berlin, Bode-Museum, Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Freilicht Domäne Dahlem, Labyrinth Kindermuseum, Villa Global, Wasserwelten
“Ins Museum?!?? Och nöööö…” Kennen Sie das? Die Reaktion unserer geliebten Kurzen auf “Wie wär’s mit Museum?” fällt meist eher gedämpft aus. Ist auch verständlich, wenn es bedeutet, gefühlte Stunde um Stunde durch öde Gänge zu schlurfen und uninteressante Dinge anschauen zu müssen, die nur durch ellenlange und viel zu klein gedruckte Erklärungstexte verständlich würden. Welches intelligente Wesen tut sich das freiwillig an? Zum Glück gibt es momentan einige Ausstellungen für Kids, die ganz anders sind. Thematisch ansprechend und vor allem interaktiv, bunt, kurzweilig und trotzdem (ganz unauffällig, versprochen!) lehrreich erwarten sie kleine Besucher und deren erwachsenen Anhang. ZwergenZone stellt die interessantesten Berliner Ausstellungen vor:
Süße Verlockungen – Von Zucker, Schokolade und anderen Genüssen
Kleine und große Naschkatzen können sich in die paradiesische Welt der Süßigkeiten entführen lassen. Das Freilichtmuseum Domäne Dahlem zeigt in der Ausstellung seltene und außergewöhnliche Exponate, wie z.B. eine historische
Zuckerlade aus dem frühen 19. Jahrhundert oder eine aus gepresster Schokolade hergestellte echte Schallplatte der Firma Stollwerck aus dem Jahr 1903. Außerdem werden all die Fragen beantwortet, auf die wir schon so lange eine Antwort suchen: Seit wann gibt es lila Kühe? Wer hat die Milchschokolade erfunden? Und was bitte haben Zwerge mit Schultüten zu tun? Die handwerkliche Herstellung und Verwendung des süßen Goldes wird ebenso eindrucksvoll präsentiert wie Verpackungen für Pralinen, Bonbons und Schokolade. Und die bunten Reklameschilder der letzten hundert Jahre machen einfach Spaß – und Appetit. Genauso wie das Geruchskabinett, in dem die Besucher ihre Nasen testen und süße Düfte erraten können. Die Inszenierung “Zuckertüten-Himmel” schließlich thematisiert den deutschen Brauch der Schultüten. Und weil der pädagogische Aspekt nicht fehlen darf, vermittelt das Ratespiel “Wie viel Zucker ist hier drin?” auf spaßige Weise überraschende und gesunde Erkenntnisse. Bis 31. Dezember 2008.
Das Spiel der Farben und Formen – Mosaikkunst im Bode-Museum
Die Kindergalerie des Berliner Bode-Museums führt Kinder auf interaktive Weise in die Technik der Mosaik-Herstellung ein.
Sie können unter historischen Bedingungen in die Baustellenatmosphäre des 6. Jahrhunderts n. Chr. eintauchen und dabei Entstehung, verwendete Materialien und historische Werkzeuge kennenlernen. Vorbild für die Arbeiten ist das Apsismosaik aus Ravenna, das im Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum seinen Platz hat. An einem großen Werktisch können Kids mit Goldsmalten und farbigen Tesserae, kleinen würfelartigen Mosaiksteinen aus Mosaikglas, arbeiten und dabei die künstlerische Technik des Mosaiks anwenden. Zwei Mosaik-Spieltische ermöglichen bunte Experimente und jeden Sonntag ab 15 Uhr können Kinder und ihre Eltern sich auf museumspädagogische Angebote freuen. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober 2008.
Bahn frei für Schlauspieler! – Spielend entdecken, (be)greifen und lernen
Im Mittelpunkt der Ausstellung für Kinder von 3-10 Jahren stehen zehn wichtige Bildungsthemen, die über die gängigen Sujets wie Lesen, Schreiben oder Rechnen hinausgehen. Bewegung, Ernährung, Entspannung, Rollenspiel oder Teamarbeit sind für die Entwicklung und Bildung von Kindern ebenso elementar – und werden oft vernachlässigt. Getreu dem Grundsatz “Spielen macht schlau!” zieht sich selbiges durch die gesamte Ausstellung: Kids können auf einem großen Parcours mit Rollstühlen und Rädern ihre Bewegungsfähigkeit schulen, sich im Rollenspiel in die sieben Zwerge oder Hexen verwandeln oder sich mit Buchstabensuppe, Schlaumäusen, Würfelschlangen und Mathebären mit Sprache und Zahlen vergnügen. Gesonderte Bereiche für Kleinkinder und Erwachsene bereichern die Themenvielfalt und verschaffen jedem Sch(l)auspieler sein eigenes Reich. Noch bis zum 3. Mai 2009 im Labyrinth Kindermuseum.
Erzähl’ mir was vom Tod
“Erzähl mir was vom Tod” – Eine interaktive Ausstellung über das Davor und das Danach” ist eine außergewöhnliche Ausstellung, die vom Kindermuseum im fez unter Schirmherrschaft von Bischof Dr. Wolfgang Huber präsentiert wird: Besucher ab 6 Jahre werden zu einer lebendigen Expedition ins Jenseits und in die bilderreiche Mythologie und Geschichte der unterschiedlichsten Kulturen eingeladen. Die Ausstellung will Berührungsängste abbauen und Gespräche über ein Thema erleichtern, das Jung und Alt ohnehin immer wieder beschäftigt. Ergänzende Führungen, Vorträge und Workshops richten sich an Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und alle Interessierten. Noch bis zum 29. August 2008 in der Parochialkirche in Berlin-Mitte.
Wasserwelten – Eine Fernsehausstellung für Kinder
Die Ausstellung “Wasserwelten” im Museum für Film und Fernsehen geht anhand von kindgerechten Fernseh- und Filmbildern dem Mythos des blauen Planeten nach: der Bedeutung des Wassers für uns Menschen, den Schönheiten und Eigenarten der Bewohner der Wasser- und Unterwasserwelten und ihrer Gefährdung sowie den Geschichten und Legenden, die sich um sie ranken. Dabei stehen die drei Tiere im Mittelpunkt, die in Filmen oder Serien ebenso wie in Naturdokumentationen zu unseren Sympathieträgern zählen: Pinguine, Delphine und Eisbären. Natürlich kommen auch Wale, Haie und Riesenkraken zu ihren Recht – ebenso wie die animierten Kinderlieblinge Nemo, SpongeBob & Co. Abtauchen kann man bis zum 11. Januar 2009.
VILLA GLOBAL – Im Labyrinth der Kulturen
Wer weiß schon, wie seine Nachbarn leben, zumal, wenn sie aus anderen Ländern kommen?
In der Ausstellung “Villa Global” können Besucher ab 10 Jahre fremde Türen öffnen und sich in 14 Räumen umschauen. Dort finden sie Dinge, die ihnen vertraut sind, aber auch vieles, was sie nicht kennen und wo es sich lohnt, genau hinzusehen und hinzuhören. Die Mieter der Villa Global haben erfundene Namen – aber die Ähnlichkeit mit wirklichen Personen ist beabsichtigt. All diese Lebensgeschichten gibt es im Schöneberger Norden und anderswo in Berlin. Für “Villa Global” wurden über 50 Jugendliche und Erwachsene interviewt, deren Wurzeln z.B. in Russland, Polen, Syrien, Kroatien, Italien, Argentinien, der Türkei, dem Iran und den USA liegen. Sie haben ihre Lebensgeschichte erzählt, von ihren Gewohnheiten berichtet und Einblicke in ihre Ansichten, Träume und Wünsche gegeben. Spannende Ein- und Ausblicke sind garantiert! Die Ausstellung läuft nach Angaben der Veranstalter bis auf Weiteres.
Bilder (cc): eszter, gertrud-k, - christina - & ido1 bei flickr
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