Schülerschreibtische im Test
Geschrieben am 28. Juni 2008, Abgelegt unter Allgemein
Tags: Einschulung, Gesundheit, Hausaufgaben, lernen, Schule, Schülerschreibtische, Stiftung Warentest
So manche Eltern überlegen während der Sommerferien, ihrem Kind einen neuen – oder vielleicht sogar den ersten richtigen – Schreibtisch anzuschaffen. Und wir alle haben es geahnt: Tisch ist nicht gleich Tisch. Die modernen Schreibtische und Stühle fördern dynamisches = gesundes Sitzen, indem sie verschiedene Sitzpositionen ermöglichen. Außerdem wachsen gute Möbel mit dem Kind. Die Tischplatten lassen sich neigen und in der Höhe verstellen. Auch die Stühle sollten verstellbar sein und den Rücken in verschiedenen Positionen stützen. Starre Möbel dagegen sind ungesund. Das gilt vor allem für zu hohe Tische und Stühle. Kinder, die sich beim Lernen strecken müssen, verkrampfen schnell. Dafür arbeiten Kids, die sich bei der Arbeit am Schreibtisch bewegen, entspannter – und effektiver. Die Stiftung Warentest hat 14 Tische unterschiedlicher Bauarten und Preisklassen untersucht. Dabei wurden die Schreibtische auf Herz und Nieren geprüft: Haltbarkeit, Verarbeitung, Stabilität der Schubladen und Führungsschienen, Sicherheit (z.B. Ausbalancierung in verschiedenen Höheneinstellungen), Computertauglichkeit, Empfindlichkeit der Oberfläche sowie Vorhandensein von Extras (Kabelkanäle, Auszug für die Tastatur, Extraboden für Drucker etc.). Außerdem wurden die Lacke auf ihre gesundheitliche Verträglichkeit getestet: Vier Tische geben flüchtige organische Verbindungen, meist Terpene, ab. Diese belasten die Raumluft und können in hoher Konzentration die Schleimhäute reizen oder gar Allergien auslösen. Alle Werte waren noch unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte, aber sie sind unnötig hoch und vor allem vermeidbar. Den günstigsten “guten” Tisch gibt’s für 199 €. Alle Einzelheiten und Testergebnisse können hier nachgelesen werden. Einige Tipps wollen wir schon an dieser Stelle geben:
So finden Sie den besten Tisch
Größe Ein Schreibtisch zum Lesen und Schreiben sollte mindestens 60 cm tief sein. Wird ein PC gebraucht, sind 80 cm und mehr notwendig. Achten Sie auf ausreichend Platz für Computer, Monitor, Maus, Tastatur und Drucker. Gute Tische lassen sich durch Anbauten erweitern – was überaus sinnvoll ist, da Kinder ihre Tische ohnehin gern viel zu voll räumen…- Tischplatte Je robuster, umso besser: Massivholz ist zwar schön, aber empfindlich. Das gilt vor allem für weiche Holzsorten wie Fichte und Kiefer – Buche ist besser. Lackierte Holzfurniere und Kunstharzbeschichtungen halten am meisten aus, Flecken lassen sich gut entfernen.
- Neigung Mindestens ein Teil der Tischplatte sollte zum Lesen, für Schreibübungen und zum Zeichnen geneigt werden können.
- Heftfixierung Eine Hefthalterung am Tischrand sollte vorhanden sein, damit Hefte und Stifte beim Schrägstellen der Tischplatte nicht herunterrutschen.
- Computer Achten Sie auf ausreichend Platz für Monitor und PC. Dieser Bereich darf natürlich nicht geneigt werden – das spricht für eine geteilte Tischplatte oder einen PC-Anbau.
- Stuhl Der Schreibtischstuhl sollte Rollen und eine verstellbare Rückenlehne haben; Höhe und Tiefe der Sitzfläche ebenfalls einstellbar sein. Am besten sind Stühle, deren Rückenlehne dem Rücken automatisch folgt.
So arbeitet Ihr Kind entspannt
- Sitz auf Kniehöhe Stellen Sie die Sitzfläche des Stuhls auf Kniehöhe Ihres Kindes ein. Beide Füße sollten im Sitzen flach auf dem Boden stehen, Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90° oder mehr bilden.
- Tisch auf Ellenbogenhöhe Die Platte sollte knapp unter Ellenbogenhöhe des sitzenden Kindes sein. Die Oberarme hängen locker nach unten, Ober- und Unterarme bilden einen Winkel von 90° oder mehr.
- Bewegung Sitzen belastet den Rücken. Deshalb sollten die Kids regelmäßig die Sitzposition wechseln: mal aufrecht, mal angelehnt, mal nach vorn gebeugt, mal zurückgelehnt. Zwischendurch auch Aufstehen und ein paar Schritte gehen. Tja, soviel zur Theorie…
- Kontrolle Die Einstellungen der Möbel sollten ein- bis zweimal im Jahr überprüft und angepasst werden.
So steht der Computer perfekt
Bildschirm Das Arbeiten am PC stresst und fördert Verkrampfungen, wenn das Kind dauerhaft nach oben oder zur Seite schauen muss. Der Monitor sollte so stehen, dass es direkt draufschaut. Die Oberkante des Monitors gehört etwa auf Halshöhe, sodass der Blick auf den Bildschirm leicht nach unten geht. Und schließlich: Der Abstand zwischen Auge und Monitor sollte mindestens 50 cm betragen.- Blendfrei Der Monitor sollte nicht direkt vor dem Fenster stehen. Der Bildschirm darf nicht spiegeln und nicht frontal beleuchtet werden.
- Handablage Vor der Tastatur brauchen die Hände etwa 10 – 15 cm Platz.
Bilder (cc): Pagdog, Genista & William Hook bei Flickr
Vielleicht auch von Interesse:
- Schulranzen im Test
- Für die Kids nur das Beste
- Frustfrei Lernen? Frustfrei Lernen!
- 20 Jahre Mauerfall für Schulklassen
- Schulranzen im Test: 04/2009
- Schulmaterialien im Test: bunt & belastet
- “Tim fragt Tom” – und bekommt tolle Antworten
- Schwer zu tragen
- Das große Krabbeln
- Let the beat control your body
Keine Kommentare »





