NetNanny & Co Teil 1
Geschrieben am 20. Juni 2008, Abgelegt unter online
Tags: abc, AIM, einstellung, hilfe, ICQ, Internet, Internet Führerschein, Medienkompetenz, MSN, security, Surfen, Tipp, web, Yahoo
ZwergenZone hat ja bereits in der Vergangenheit über das Thema Kids im Netz geschrieben. Nun kam aber in den letzten Tagen in meinem Bekanntenkreis die Frage auf, wie man denn sein Kind vor sexistischen, rassistischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten oder der unerwünschten Kontaktaufnahme durch Fremde per Chat schützen kann. Da diese Thematik sehr komplex ist und sich unterschiedliche Maßnahmen anbieten und kombinieren lassen, möchte ich an dieser Stelle den Artikel in zwei Teile aufgliedern.
Im ersten Teil möchte ich Tipps geben, wie Eltern, Pädagogen und Betreuer die Medienkompetenz bei Kindern entwickeln und fördern können. Begleitend dazu sollen Ratschläge hinsichtlich bestimmter Einstellungen von Browsern und Chat-Programmen helfen, dass sich Kinder und Jugendliche sicher im Netz bewegen können ohne großen Gefahren ausgesetzt zu sein.
Im zweiten Teil werde ich einen Überblick über mögliche Soft- und Hardwarelösungen bieten. Dabei werden redaktionell bewertete Inhaltsfilter genauso berücksichtig, wie auf Stichwort reagierende Systeme.
Kinder, die im Internet surfen, werden immer jünger – Vorschulkinder bilden die am schnellsten wachsende Gruppe der Internetnutzer. Wenn die Kinder in der Schule im Alter von 6 Jahren an das Internet herangeführt werden, wächst möglicherweise der Wunsch, auch von zu Hause aus im Internet zu surfen. Damit Eltern auftretende Fragen zum Thema Internet auch beantworten können, das 10 Schritte pdf-Dokument vom Internet-ABC downloaden und ruhig vorher schon einmal ein Blick riskieren! Bei Kindern unter 10 Jahren kann man in der Regel nicht von einem ausreichenden Beurteilungsvermögen ausgehen. Daher sollten für das Internet unbedingt ein paar Regeln aufgestellt werden:
- Das Kind gerade am Anfang nicht alleine im World Wide Web surfen lassen! Eltern oder ältere Geschwister können den Anfängern zeigen, welche Gefahren und Risiken im Netz lauern und wie sich diese umgehen lassen. So entwickelt sich ein Selbstbewusstsein im Umgang mit dem Medium Internet.
- Welche Seiten dem Kind zugänglich sind und was es auf diesen Seiten tun darf
- Wie viel Zeit mit dem Surfen im Internet verbracht werden darf
- Was zu tun ist, wenn das Kind sich unbehaglich fühlt
- Wie persönliche Informationen geschützt werden können
- Wie man sich in einer interaktiven Umgebung sicherheitsbewusst verhält
- Wie man sich beim Surfen im Internet verantwortungsbewusst und ethisch korrekt verhält
- Wie man Chaträume, Newsgroups und Instant Messaging-Services nutzt
Bis zu einem Alter von 10 Jahren sollte man Kinder sehr intensiv bei ihrem Surfverhalten beobachten und gegebenenfalls einschreiten. Im späteren Alter wollen die Teenager eher unbeaufsichtigt kommunizieren. Diesem Wunsch sollte man nachgeben, aber von Zeit zu Zeit den Verlauf und die Kontaktlisten von Chat-Programmen überprüfen. Die Kontrolle vom persönlichen e-mails sollte wirklich nur bei begründeten Verdachtsmomenten zu Hilfe genommen werden. Eltern müssen auf der einen Seite ihren Kindern Vertrauen entgegenbringen, auf der anderen Seite aber auch ihrer Aufsichtspflicht nachkommen. Wichtig für die selbstständige Nutzung des World Wide Web ist, den Kinder rechtzeitig folgende Richtlinien vermittelt zu haben:
- Überlege zweimal, bevor Du irgendwo auf ein Feld wie “Ja” klickst oder Deine Handynummer eintippst (Abo-Verträge dubioser Anbieter kosten schnell zig Euro im Monat).
- Verwende mehrere E-Mail-Adressen. Eine richtige für reale Freunde und Verwandte, eine für alle Chats, Foren, Online-Auftritte usw.
- Gib nicht einfach Deine persönlichen Daten preis. Die Anonymität des Netzes schützt Dich als Kind.
- Glaube nicht alles, was Du liest. Das wenigste im Internet wird auf Wahrheit überprüft, daher immer mehrere Quellen nutzen
- Triff Dich niemals ohne Begleitung Erwachsener das erste Mal mit einem neuen Kontakt. Es gibt Erwachsene, die sich als Kinder ausgeben.
Spezielle Regeln gelten im Chat für Kinder:
Du solltest misstrauisch werden und dann mit deinen Eltern oder Lehrern sprechen . . .
- . . . wenn du bedroht wirst oder dich jemand erpressen will.
- . . . wenn jemand über Sex redet und „schweinische“ Wörter benutzt oder ständig nach deinem Aussehen oder Körper fragt.
- . . . wenn dir jemand Geld oder Geschenke anbietet oder übertriebene Komplimente macht.
- . . . wenn jemand anbietet einen Popstar oder eine Schauspielerin aus dir zu machen, oder Fotos von dir machen will.
- . . . wenn einer Geheimnisse oder seltsame Dinge erzählt und verlangt, dass du es nicht weitersagst.
Einen sehr guten (und für Laien auch gut verständlichen) Einstieg in das Thema INSTANT MESSAGING bietet diese Übersicht, in der man neben den gängisten Programmen auch sinnvolle Einstellungstipps findet. Aber gerade das Thema Chat bedarf einer gewissen Sensibilität. Zum einen ist die Privatsphäre der Kinder zu respektieren, aber auch der Schutz der Kinder zu gewährleisten. Einen weiteren guten Einstieg für Eltern diesbezüglich bietet security4kids. Auf der Seite Internet-ABC findet der Interessierte einen Internet-Führerschein, der sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene, allein oder zu zweit zu absolvieren ist. So werden schnell und spielerisch noch eventuell vorhandene persönliche Schwachstellen erkannt.
Um den PC vor Schadprogrammen zu schützen, bedarf es auch einiger Maßnahmen. Dazu zählen ein aktueller Virenscanner, eine aktivierte Firewall und die richtige Verwendung von Benutzerkonten. Für nicht versierte Nutzer, in diesem Fall Kinder, bietet sich ein Profil mit eingeschränkten Berechtigungen an, denn wenn mir das System verbietet, Dateien zu installieren oder zu löschen, dann kann ich es auch nicht! Browser bieten in der Regel auch die Möglichkeit, die Sicherheitseinstellungen den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Hier am Beispiel der Microsoft Internet Explorer.
Im zweiten Teil werde ich die Problematik technologisch beleuchten. Welche Software ist besonders empfehlenswert, welche verschiedenen Schutzmechanismen lassen sich kombinieren und gibt es den 100%-igen Schutz?
original Fotos (cc) von NaOH, Leia und ksaad bei flickr.com
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