Autokindersitze im Test
Geschrieben am 24. Mai 2008, Abgelegt unter fahrbar
Tags: ADAC, Airbag, Aufprall, Auto, Babyschale, Beifahrer, Crashversuche, Gurt, Isofix, Kindersitze, Maxi Cosi, Roemer, Schutz, Sicherheit, Stiftung Warentest, Unfall, unterwegs

Kinder bis zum 12. Lebensjahr oder bis 1,50 m Körpergröße müssen im Auto in geprüften altersgerechten Schalen oder Sitzen sitzen. Um den optimalen Schutz für die kleinen Passagiere zu gewährleisten, führt die Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit dem ADAC sowie verschiedenen Automobilclubs und Verbraucherorganisationen Crash-Tests durch. Für den Test der Ausgabe 06/2007 galten verschärfte Bedingungen: Neben dem Frontaufprall geht der Schutz beim Seitenaufprall nun stärker ins Qualitätsurteil ein. Erfreulich, dass viele Kindersitze auch unter diesen Bedingungen gute Noten bekommen. Und erstmals erhielt mit dem Maxi Cosi Cabriofix ein Autokindersitz die Bestnote “sehr gut”.
Das sind die Testsieger
Keiner für alle: Einen wirklich guten Kindersitz für alle Altersgruppen gibt es nicht. Mitwachsende Modelle müssen in puncto Sicherheit, Bequemlichkeit und Handhabbarkeit häufig Abstriche machen. Experten empfehlen daher drei Sitze für ein Kinderleben. Hier sind die Testsieger der jeweiligen Gruppen:
- Gruppe 0+: Babys bis 15 Monate Maxi Cosi Cabriofix
mit Easyfix. Einziger sehr guter Kindersitz im Test. Preis: 268 €. Beste Babyschale mit Gurt- befestigung ist der Maxi Cosi Citi SPS
für 99 €
- Gruppe I: Kinder von 8 Monate bis 4 Jahre Kiddy Infinity Pro
mit Fangkörper zur Vermeidung von Halswirbelverletzungen. Für 139 bis 169 €
- Gruppe II/III: Kinder ab 4 Jahre Römer Kidfix
mit Isofix-Befestigung. Preis: 160 bis 180 €
Den gesamten Test kann man hier herunterladen (Kosten: 0,50 Euro).
So fahren Kinder sicher

- Airbag Schalten Sie den Beifahrer-Airbag ab, wenn Sie den Kindersitz vorn montieren. Er würde das Kind bei einem Unfall erdrücken.
- Kopfstütze Kindersitze mit hoher Rückenlehne liegen oft besser am Autositz an, wenn Sie die Autokopfstütze umdrehen oder entfernen.
- Anpassen Der Sitz muss Ihrem Kind passen. Stellen Sie Sitzbreite und Kopfstütze ein.
- Gurte Die Hosenträgergurte müssen eng am Körper anliegen. Dicke Jacken deshalb besser ausziehen. Das Gurtschloss richtig einrasten.
- Komplett Den Kindersitz immer mit Rückenteil und Kopfstütze benutzen.
Vorn oder hinten – rückwärts oder vorwärts?
- Kleinkinder sind entgegengesetzt zur Fahrtrichtung am besten geschützt: Der Kindersitz fängt die Schleuderkräfte bei einem Frontalaufprall ab. Der sicherste Platz für den Kindersitz ist die Rückbank.
- Größere Kinder fahren in Fahrtrichtung. Ihre Nackenmuskulatur besser ausgeprägt und der Kopf im Vergleich zum Körper nicht mehr so schwer, sodass sie – gut angeschnallt und im Kindersitz geschützt – die Schleuderkräfte bei einem Unfall besser überstehen können.

So finden Sie den passenden Sitz
- Isofix Prüfen Sie, ob Ihr Auto mit Isofix-Halterungen ausgestattet ist. Isofix-Kindersitze sind meist sicherer, aber nicht für jedes Fahrzeug zugelassen. Beachten Sie die Hinweise der Anbieter und des ADAC.
- Universalsitz Universal-Kindersitze werden mit dem Dreipunkt-Autogurt montiert. Sie passen in fast jedes Fahrzeug. Achten Sie darauf, dass die Gurte lang genug sind.
- Anprobieren Lassen Sie Ihr Kind vor dem Kauf Probe sitzen. Bauen Sie den Sitz am besten zur Probe ein und prüfen Sie Passform und Komfort.
- Prüfsiegel Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüfnummer 03. Der orangefarbene Aufkleber garantiert, dass der Sitz nach der neusten Norm getestet und zugelassen ist.
- Dekor Die meisten Kindersitze sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich (Farbe, Bezugsstoff, Dekor etc). Auch das beeinflusst den Preis.
- Zubehör Sonnendach, Kopfstütze, Sitzverkleinerer und Gurtpolster sind manchmal inklusive, manchmal kostet das Zubehör extra. Fragen Sie nach und kalkulieren Sie den Preis für alle Teile, die Sie brauchen.
- Zweite Hand Verwenden Sie gebrauchte Kindersitze nur dann, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen. Achten Sie darauf, dass alle Gurte und Polster vorhanden sind. Nach einem Unfall gehören Autokindersitze auf den Schrott – zur eigenen Sicherheit.
Photos: teresia, henteaser & unstoppabot bei flickr
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5 Kommentare »






am 27. Oktober 2008 um 04:41 1.Stiftung Warentest: Neue Autokindersitze im Test | ZwergenZone schrieb …
[...] bietet damit das perfekte Update für unseren Artikel rund um sicheres Autofahren für Kids (zum Artikel). Die aktuellen Ergebnisse der Stiftung Warentest sind hier für 2 € als Online-Version mit [...]
am 31. Oktober 2008 um 12:31 2.Eva schrieb …
Hier ein Tipp eines guten Freundes: “Was mir schon seit der Geburt unserer Größten immer wieder bei Auflistungen zum Thema “Kindersicherung” im Auto fehlt, ist zumindest ein Hinweis auf das – vor allem kleinste – Rücken schonende Rückhaltesystem DIANA N (Zugegeben, der Name ist für ein Produkt in der Autosicherheit sicher nicht erste Wahl, aber das System gibt es schon länger als Lady Di tot ist.).
Wir sind bei allen unseren 4 Kindern gut mit dem Ding gefahren. Auch die Freunde, denen wir vor einer “MaxiCosi-Anschaffung” von unseren Erfahrungen berichteten oder gar das Rückhaltesystem für ein paar Monate ausgeliehen haben, haben sich bislang nur positiv dazu geäußert: Das Kind kann stets in seinem Kinderwagen-Oberteil bleiben, weiterschlafen und
gerade liegen. Die Eltern sparen einige Handgriffe und ein schlechtes Gewissen. Man muss dafür allerdings einen Kinderwagen-Aufsatz mit hartem Rand haben und keine Schlabbertasche. Außerdem benötigt diese Befestigung etwas mehr Platz als eine Kinderschale o.Ä. Eine Alternative, über die man nachdenken kann – mehr Infos gibt’s hier http://www.stahl-gurte.de/DIANA-N/diana-n.html.
Liebe Grüße von Christian”
am 27. November 2008 um 11:21 3.Susanne schrieb …
“Prüfsiegel Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüfnummer 03. Der orangefarbene Aufkleber garantiert, dass der Sitz nach der neusten Norm getestet und zugelassen ist.”
Prüfsiegel: die neueste Prüfnummer ist ECE 44.04, nicht 44.03
schöne grüße
am 27. November 2008 um 11:49 4.Eva schrieb …
Herzlichen Dank für den Hinweis!
Beide Prüfsiegel sind noch gültig, ECE 44.04 ist aber die aktuellere.
Sitze mit Prüfsiegeln unter diesen beiden (also ab ECE44.02 abwärts) dürfen weder verkauft noch verwendet werden, vgl. Info der Kinderunfallkommission Kaiserslautern http://www.kuk-kl.de/newsite/pdf/Kindersitze.pdf.
Grundlegende Infos zur ECE 44 gibt’s hier http://www.bmvbs.de/static/ECE/R-44-Rueckhalteeinrich-tungen-fuer-Kinder.pdf.
Eva
am 10. Februar 2009 um 10:02 5.Billigflug schrieb …
Finde ich wirklich gut, dass ihr die Testergebnisse hier veranschaulicht. Kindersitze im Auto sind ein sehr wichtiges Thema und sollten nicht vernachlässigt werden. Viele Eltern weichen lieber auf Sonderangebote aus, um Geld zu sparen. Ihnen ist gar nicht bewusst, wie enorm wichtig so ein Kindersitz für unsere Liebsten sein kann. Vor dem Kauf eines solchens sollte man sich genau informieren, damit er auch perfekt sitzt. Ich hoffe, dass viele Eltern auf Eure Seite stossen und sich das mal zu Kopf gehen lassen. danke für die tolle Beschreibung der einzelnen Sitze…