Mittel gegen kleine Monster

Geschrieben am 20. Mai 2008, Abgelegt unter Allgemein
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Nein – damit sind mal nicht die Kinder gemeint, sondern die Zecken, die sich für die nächsten Monate die Wälder und Wiesen mit uns Menschen teilen werden. Zecken SchildIn Kniehöhe warten sie regungslos überall dort, wo es etwas dunkler und feucht ist, um blitzschnell auf vorbeilaufende Opfer zu springen. Im Grunde ist ein Zeckenbiss harmlos – gefährlich sind jedoch zwei Krankheiten, die von den kleinen Biestern übertragen werden: Lyme-Borreliose und die Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME). Zahlreiche Mittel werden angeboten, die die Zecken für viele Stunden fernhalten sollen. Dabei sind Werbung und Realität wieder einmal weit voneinander entfernt: 12 der 20 Zeckenschutzmittel, die Stiftung Warentest in der Ausgabe 05/2008 testete, sind mangelhaft. Ausschlaggebend waren v.a. Schutzdauer und Nebenwirkungen.

Schutzdauer: Fast alle Sprays und Lotionen versprechen bis zu acht Stunden Schutz vor Zecken – die meisten schützen allerdings nur für eine wesentlich kürzere Dauer, nämlich zwischen einigen Minuten (!) und max. drei Stunden. Besonders perfide: Einige Mittel wirken auf Zecken sogar anziehend.
Nebenwirkungen: Ein weiteres Problem der meisten getesten Mittel ist das Fehlen von Warnhinweisen auf die enthaltenen ätherischen Öle. Diese können (egal, ob natürlich oder synthetisch) Reizungen von Haut, Augen und Schleimhäuten auslösen und sogar Allergien verursachen. Und noch ein erschreckendes Ergebnis des Tests: Fünf Produkte dürften in den Augen der Tester überhaupt nicht verkauft werden, da sie Insektizide, also Giftstoffe enthalten. Bei Säuglingen sollten überhaupt keine Insektenschutzmittel angewendet werden.

Weitere Informationen und den Test zum Download (Kosten: 1 Euro) gibt es hier.

Es gibt allerdings auch einfache Schutzmaßnahmen, die im Zweifelsfall effektiver sind als die vielfach angepriesenen Mittelchen:

  • festes Schuhwerk tragen, wenn man in Wald und Wiesen unterwegs ist
  • die Kleidung sollte soviel Haut wie möglich bedecken
  • die Übergangsbereiche zur Haut an Kragen, Ärmeln und Hosenbeinen sollten mit Zeckenschutz behandelt werden
  • auf den Wegen bleiben, Gefahr lauert in Unterholz und in hohem Gras
  • nach Spaziergängen sollten Sie sich auf Zecken untersuchen (v.a. am Haaransatz, Hals und in Achselhöhlen).

Und wenn man nun doch einen Zeckenbiss entdeckt? Dann sollte die Zecke möglichst schnell mit Fingerkuppen oder Stahlpinzette entfernt werden – und zwar gleichmäßig und gerade. Auch ein Vereisungsspray (z.B. zur Behandlung von Warzen) kann helfen: die Zecke wird betäubt und lässt sich leichter entfernen. Vorsicht ist bei allen Entfernungsversuchen geboten: Gerät die Zecke in Panik, sondert sie verstärkt eventuell infiziertes Sekret ab – die Infektionsgefahr wird erhöht. Einige altbekannte Hausmitteln, z.B. das Beträufeln der Zecke mit Öl oder Klebstoff, haben dieselbe Wirkung; die Zecke gibt im Todeskampf vermehrt Speichel in die Wunde, das Infektionsrisiko steigt.
Wiese
Risikogebiete: Eine Übersicht über Zecken-Risikogebiete gibt es vom Robert- Koch-Institut. Wer einen Aufenthalt in einem Risikogebiet plant, sollte sich vorher impfen lassen.

Photos: m.prinke und *MarS bei flickr



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Ein Kommentar zu “Mittel gegen kleine Monster”

  1. am 10. Juni 2008 um 11:51 1.Stephan schrieb …

    Schöner Bericht.. ich Persönlich habe mit ” Stichfrei von Ballistol ” sehr gute erfahrungen gemacht. Das ist Günstig und wirkt einwandfrei… alerdings ist es nicht gesellschaftsreif da es unangenehm riecht. Aber für den Wald sehr gut geeignet.
    Gruß Stephan R

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